Reisetagebuch der SY "Maimiti" 2019
GB Ralf Krischker




18.08.2019, Sonntag
Klintholm/DK

Das Wetter ist etwas besser geworden, aber im Internet sind im Wetterradar schon wieder jede Menge Regenwolken zu sehen, die direkt Kurs auf uns halten und so wird es nach einem längeren Spaziergang zum Strand und zur Pier wieder ein Lesetag, denn natürlich setzt der Regen pünktlich ein. Der Wind ist wesentlich friedlicher als angesagt und wären wir noch Teilnehmer des "Rat Race", genannt Arbeit, wären wir sicherlich ausgelaufen, so aber können wir uns dieses nasse "Vergnügen" schenken. Das heißt aber, dass wir wahrscheinlich auch am Montag noch bleiben, denn es soll wieder windiger werden. Schaun mer mal. Der Bedarf des Skippers an kleinen und mittleren Katastrophen ist gedeckt und ich traue mich schon bald gar nix mehr, weil ich immer befürchte,dass schon wieder was schief geht…

Apropos schiefgehen…

Fröhlich und unverändert verliert ja unser Getriebe, wenn auch sehr, sehr langsam (aber stetig - während der Fahrt) Getriebeöl. Und seitdem ich das weiß, versuche ich immer noch die Quelle zu ermitteln, weil ich das Teil ja erst direkt vor dem Törn aus der Reparatur (Simmering austauschen innen) bekommen habe, und also folglich nicht glauben will und kann, dass das die Ursache sein soll. Also habe ich dem Öl eine "Falle gestellt".

Ich habe aus Küchenrollenpapier eine Art Tampon gemacht und oben auf dem Getriebe neben dem Schalthebel befestigt, da es dort, obwohl ich es immer wieder abgewischt habe, etwas ölig war. Und siehe da. Heute war die Falle voll! Der Papier Tampon war "quietschnass" voll Öl, so dass ich ihn auswringen konnte! Das dürfte dann wohl die Quelle sein, was mir aber zur Zeit nicht hilft, denn um das zu reparieren, muss ich schon richtig an das Getriebe herankommen, und das heißt, Maschine ausbauen. Da hab ich ja inzwischen Übung drin… Aber schon mal gut zu wissen, wo es herkommt, denn diese Repartatur kann ich leicht alleine machen!

17.08.2019, Samstag
Klintholm/DK

Es war so angesagt und so kommt es: SW 6 Bft. und Regen, Regen, Regen. Was soll man an so einem Tag machen? Genau, das was wir in dieser Situation auch in Rödvig gemacht haben: Lesen, Lesen,Lesen, wie seit langem nicht mehr. Auch mal wieder schön.

16.08.2019, Freitag
Klintholm/DK

Wieder machen wir uns früh auf die Strümpfe. Diesmal bin ich schlauer und ziehe gleich das ganze Programm über, einschließlich Seestiefel. Man weiß ja nie. Schauerböen sind auch heute möglich, aber eigentlich soll's friedlich und trocken bleiben. Tut es auch und wir kommen gut Richtung Klintholm voran. Als wir allerdings ums "Eck" kommen, haben wir den SW vierkant gegen an. Die letzen Meter wollen wir nicht mehr kreuzen und starten das Bukhsegel, auch wenn's nicht so sportlich ist. Es wird eine elende Bolzerei, bei der der Motor offensichtlich kurz mal eine Luftblase ansaugt (obwohl der Tank etwa ¾ voll ist). Ich denke schon: "Nein, nicht schon wieder so'n Schiet" als die Drehzahl plötzlich runter geht, und mache im Geiste schon ne Wende Richtung See und ziehe die Genua, aber zum Glück dauert das Phänomen nur kurz an. Dann läuft alles wieder wie geschmiert.

Wir können im Hafen auf unserem Vorjahresplatz anlegen und ich schaue als erstes Mal nach dem Diesel-Vorfilter (könnt ja auch aufgewirbelter Dreck im Tank gewesen sein, obwohl ich immer regelmäßig entsprechende Additive beim Tanken zugebe), aber der Vorfilter ist clean (ist ja eigentlich auch neu) und der Wasserabscheider ist ebenfalls wasserfrei. Bleibt also tatsächlich nur eine Luftblase als Ursache. Wollen's hoffen…

Aber egal, das Wetter wird zusehends besser, die Sonne kommt raus, und wir machen uns landfein. Unser Weg führt uns mit schlafwandlerischer Sicherheit zum Fischereihafen in die Bar "Pier to Heaven", wo die Bordfee ein wunderbares, schwarzes Lakritz Stout schlürft und der Skipper der wirklich guten Musik lauscht und dabei den Blick über den Hafen wandern läßt. So lassen wir den Tag ausklingen. Die für den Abend angekündigte Livemusic schaffen wir dann wegen vorzeitig einsetzender Müdigkeit nicht mehr…

15.08.2019, Donnerstag
Rödvig/DK

Kein Tag zum Weiterfahren. Allerdings bekommt man auch eine Entscheidungskrise, wenn man versucht, aus den verschiedenen Wetterberichten etwas Vernünftiges heraus zu lesen. Während die Dänen eine Gale-Warning für die Westliche Ostsee herausgeben mit 9 bis 14 m/s (also bis 7 Bft.), sind's bei den Schweden nur 5 bis 8 m/s für den gleichen Bereich und auch beim DWD sieht man zur gleichen Zeit keine Notwendigkeit für eine Starkwindwarnung. Andererseits gibt's aber eine Warnung des Seewetteramtes Hamburg via Navtex für den Bereich westlich Rügen und das ist ja nun wohl mal schon die westliche Ostsee, oder???

Wie man es auch dreht und wendet, wir bleiben und das ist gut so, denn die Dänen haben Recht und gegen Mittag haben es auch die Deutschen begriffen. Aber das ist ja auch bei den Strömungsvorhersagen so: Wo die Dänen einen auslaufenden Strom von wenigstens 2 kn ansagen, sind's beim BSH nur 0,6 kn. Das Macht schon einen ganz schönen Unterschied, wenn man vom Kategatt in den Öresund will und ein Schiff, wie unseres hat, mit einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von nur 6,7 kn! Nun ja, ab 1000 Uhr weht es sich ein und wir haben beständige 6 Bft., in Böen, die durchaus auch mal eine Stunde dauern können, 7 Bft. Wir haben lange nicht mehr so viel gelesen, wie heute!

14.08.2019, Mittwoch
Rödvig/DK

Es beginnt mit Regen… Nun ja, so wie der Tag gestern abgelaufen, bzw. ausgelaufen ist, ist das wohl das adäquate Wetter zum durchhängen. Aber es wird langsam besser und wir denken, wir könnten eigentlich weiter, aber der Vortag steckt mir doch noch in den Knochen und irgendwie haben wir beide keine Lust. Schließlich gibt's im Internet noch eine Galewarning des dänischen "Meteorolügen" Instituts und wir sind darüber gar nicht so böse. Wir legen einen Waschtag ein.

13.08.2019, Dienstag
Rödvig/DK

Wir legen mit dem ersten Büchsenlicht ab. Es soll ab dem Mittag zunehmenden, mehr auf SW drehenden Wind mit Schauer-und Gewitterböen geben. Wir haben zunächst ordentlich Strom mit der uns kräftig schiebt. Allerdings ist es mal wieder typisch: Ich denke, machen wir es so, wie die Wetterfrösche sagen und legen so früh wies geht ab, weil ja die Schauer-und Gewitterböen erst am Nachmittag erwartet werden, da bekommen wir auch gleich am frühen Morgen eine Schauerböe mit 6 Bft auf die Nase. Meine tolle neue Regenjacke macht sich bestens, meine allerdings noch alten Kombihosen weniger, und so werde ich "unten rum" nass und zwar auch an den Füßen, denn so schnell wie es kam, hatte ich die Turnschuhe nicht gegen Seestiefel wechseln können. Aber es hält zum Glück nur ca. 45 Minuten an (was mir auch reicht).

Dann kurz vorm Hafen gibt es auf dem Flach nochmal holperige Fahrt unter Maschine und Gegenstrom. Nur 4,8 kn über Grund bekommen wir noch hin. Aber alles gar nichts, gegen das was kommt…

Beim Anlegen im Fischerei-und Yachthafen Rödvig will ich hinter der am Kai festgemachten Yacht Atahana anlegen. Ich näherte mich mit langsamer Fahrt (Leerlaufdrehzahl) und habe den Motorhebel (Einhebelschaltung) auf Leerlauf gestellt. Als ich nahe genug bin, damit die Bordfee die Leine an Land belegen kann, schalte ich in den Rückwärtsgang, aber das Schiff läuft mit unverminderter Fahrt weiter geradeaus. Ich versuche nochmals in den Leerlauf und dann wieder in den Rückwärtsgang zu schalten, aber der Rückwärtsgang läßt sich offensichtlich genausowenig, wie der Leerlauf einlegen. Es bleibt nur noch, die Maschine abzuschalten, aber es ist zuu spät, und ich kann nur noch hilflos zusehen, wie Maimiti in den Heckkorb des Vordermannes kracht… Habe im Nachhinein festgestellt, dass sich der Kopf von der Kugel des Bowdenzuges am Getriebe gelöst hatte. Wie das passieren konnte ist mir schleierhaft.

Der Tag ist jedenfalls im Ar… Ich kann euch sagen, ich hatte die Schnauze gestrichen voll! Was hab ich ausgefressen, dass immer mir solche Kacke passiert... Wollte mich sofort hinter den nächsten Zug werfen oder aus dem Kellerfenster springen um den Spuk endlich ein Ende zu bereiten, aber beides ist an Bord schwer zu bewerkstelligen. Aber das Leben geht ja weiter, doch langsam, langsam nervt es wirklich sehr… Die Reparatur ist jedenfalls relativ einfach gemacht, wobei ich die Kugelterminals von Gas und Schaltung rauswerfe und durch ein anderes Patent, welches in meinem Fundus vorhanden ist, ersetze.

12.08.2019, Montag
Dragör/DK

Gestern war noch "Halligalli" und heute ist im Hafen nichts mehr von der dreitägigen Party zu sehen. Schnell sind die Jungs ja… Wir bleiben noch im Hafen. Die Wetterlage gefällt uns noch nicht so recht. Nach unserer Planung wollen wir morgen nach Rödvig oder Klintholm gehen. Schaun mer mal. Der Tag plätschert dahin und wir machen es uns gemütlich.

11.08.2019, Sonntag
Dragör/DK

Der Morgen begrüßt uns mit Orgelkonzert in den Masten und Wanten. SW 6 bis 7 Bft. Wir wussten ja, warum wir so liegen, wie wir es tun. Maimiti rührt sich kaum.

Mittags zieht es uns wieder ins Getümmel. Wir gehen zunächst mal kurz die ständig von Touristen durchströmte Fußgängerzone lang (die Touris kann man nicht verfehlen, denn sie rennen alle irgendeinem Nummerngirl/ -boy hinterher, als wenn sie zu blöd sind allein zu laufen). Ein weiblicher Spielmannszug kommt uns entgegen und ich frage mich schon, ob heute ein Feiertag ist, aber da sehe ich auch schon die "Herren" des anscheinend örtlichen Schützenvereins mit geschulterten Karabinern, und jeder Menge Orden im Gleichschritt hinterher kommen. Die NRA wäre begeistert: Ein Fanclub in Dänemark…

Heute hat beim Hafenfest ein Stand mit Spanferkel aufgemacht. Gezahlt wird im Bierzelt und dann ran an den Speck im wahrsten Sinne des Wortes. Super gemacht! Das muss man dem Fleischer lassen, aber schon der Anblick der "armen Sau" auf dem Grill… Nix für Veganer; definitiv nicht! Wir aber hauen ordentlich rein, schließlich haben wir vorher unsere obligatorische Stunde "Sundblick" mit Schwarzbier vom Segelclub aus genossen.

Die Bordfee hat allerdings den Fehler begangen, Murphy aus purer Freundlichkeit einzuladen, mit uns zu kommen. Prompt stolpert sie mit ihrem vollen Teller über eine Befestigungsstange des Zeltes (die mit nix markiert war, was tatsächlich eine Unterlassung war) und nicht nur, dass sie stolpert, nein, dabei betätigt sie sich auch noch als Diskuswerferin, und schafft es, den Tellerinhalt quer in das Bierzelt zu schleudern. Über Tisch und Fussboden… So'n, Shiet. Zum Glück nix passiert und getroffen hat sie auch keinen (also war der Wurf völlig nutzlos, also ungültig…, aber nochmal will sie partout nicht). Gut, gibt's halt ne neue Portion. Die kommt nicht nur heil bis zum Tisch, sondern auch in den Magen.

Die Band heute ist Klassen besser als am Vortag. Von Country-Rock bis Avici (Wake me up if it's all over) haben sie ziemlich viel drauf und zwar richtig gut. Das honoriert auch das Publikum. Selbst wir wagen (ok, ich nur unter mildem Zwang der Bordfee) ein Tänzchen vor der Bühne.

10.08.2019, Samstag
Dragör/DK

Schon in der Nacht fängt es an zu regnen und gegen Morgen kachelt es aus SW ganz ordentlich. Die See ist weiß. Kein Grund, schon aufzustehen, also wieder Hinlegen. Als wir dann gegen Mittag die Sonne wieder sehen, machen wir uns wieder auf die Strümpfe, die Gegend zu erkunden. Die Luft ist unangenehm feuchtwarm. Der Skipper bekommt davon Kopfschmerzen gegen die auch Aspirin nicht hilft. Man sieht auch die Luftfeuchtigkeit: Die Brücke über den Sund ist kaum zu sehen, so diesig ist es heute. Ungeachtet dessen, geht die Party am Hafen pünktlich ab Mittag wieder weiter. Die Band auf der Bühne ist ganz passabel, aber zuvor gibt so ne Art "Helene Fischer Duett" im Bierzelt ihr Bestes.

Wir gehen in das Restaurant des Segelclubs mit Blick auf den Sund. Hier ist man inzwischen sehr vornehm geworden (oder fiel uns das bisher nicht auf…?), denn einfach hinsetzen und bestellen ist nicht mehr. Man muss warten, und sich einen Platz zuweisen lassen. Na sowas kann ich leiden…. Vor allem dann, wenn der Laden absolut leer ist, weil er gerade erst aufgemacht hat! Gut, das Bier schmeckt trotzdem und die Aussicht ist noch immer ein Stündchen des hier Sitzens wert.

09.08.2019, Freitag
Dragör/DK

Wir laufen gegen 07:30 Uhr aus dem gemütlichen Hafen Kyrkbacken aus. Eigentlich war 10:00 Uhr geplant, aber es sieht so aus, dass u.U. zum Nachmittag hin der Wind wieder aus S kommen und deutlich zunehmen soll. Also nutzen wir die Gunst der Stunde. Kaum raus aus dem Hafen, setzen wir Groß und Genua. Den Besan lassen wir gleich weg, da die Bordfee hofft, noch Angeln zu können. Das wird dann allerdings nix. Maimiti läuft ruhig zunächst ihre 5,5 kn, doch die Geschwindigkeit, bei stetigen 3 bis mal eben so 4 Bft., nimmt ständig zu. Es scheint wesentlich mehr Strom mit uns zu setzen, als die Gribfiles vom BSH angekündigt haben. Wieder einmal! Es ist einfach nicht zu verstehen, warum da immer wenigstens ein Knoten weniger, als in den Angaben der dänischen FCOO (https://app.fcoo.dk/) angegeben wird. Und bisher hatten die Dänen auch immer Recht.

Schließlich fliegen wir fast auf Kopenhagen zu. Laut GPS machen wir zeitweise bis zu 7,3 kn über Grund. Gut, das ist über Grund, und so versucht, als das Tempo mal kurz auf 4 kn herunter geht, die Bordfee die Angel nachzuschleppen, aber kaum ist die im Wasser, nimmt der Wind wieder zu und wir sind für das Schleppangeln wieder viel, viel zu schnell.

Schließlich laufen wir in Dragör ein. An der Kaimauer einlaufend an Steuerbord ist alles voll, aber direkt voraus sehen wir eine Box mit Heckpfählen und sie ist grün, also frei, markiert. Nix wie rein! Nicht nur, dass das alles prima klappt, auch liegen wir nun optimal für den zu erwartenden Starkwind, der aus SW mit bis 7 Bft. kommen soll. Im Moment haben wir den immer schwächer werdenden Wind von Backbord, aber das wird sich ändern.

Wir gehen gleich einkaufen und stellen fest, dass wir mal wieder voll in eine Party hinein gesegelt sind: Vom 09.08. bis 12.08. ist Hafenfest mit Live-Music und jeder Menge Pilsbier und "Fresserei". Wir kaufen im Supermarkt Frischware ein und verproviantieren uns ausgiebig. Dann geht's an Bord. Nicht ohne allerdings noch 3 Päckchen geräucherte Krabben vom Fischer mitzunehmen (denn drei sind preiswerter).

08.08.2019, Mittwoch
Kyrkbacken Insel Ven/DK

Endlich malwieder Zeit (und Lust) unseren Bericht zu aktualisieren.

Der Morgen beginnt schön, aber kühl. Der Wetterbericht sagt etwas zunehmenden Wind aus SW, sowie Schauer und Gewitterböen voraus, wie schon seit einiger Zeit, aber bisher gab's bis auf ein paar kurze Schauer nix. Allerdings sehen wir im Norden von Helsinggör nach Helsingborg ziehend zwei gigantische Cumulonimbus Wolken - absolut schulmäßiges und bestes Anschauungsmaterial - mit ausgeprägtem Amboss auf der Oberseite.

Aber wenn die "Meteorolügen" sowas ankündigen, dann sollte man das auch ernst nehmen und tatsächlich zieht gegen Mittag ein mächtiges Gewitter direkt über die kleine Insel hinweg. Gefolgt von weiteren, die zwar bedrohlich in den Wolken rumpeln, aber uns nicht so genau ins Visier nehmen. Was macht man da? Zu Hause bleiben, also an Bord, und mal wieder die Getriebeöl-Sauerei unter der Maschine etwas entschärfen und ein bisschen neues Öl nachfüllen. Morgen wollen wir nach Dragör, also 20 sm nach Süden, um dort den Durchzug des angekündigten Sturmtiefs am Sonntag abzuwarten. Außerdem kann man da gut einkaufen und es gibt einen hervorragenden, wenn auch recht teuren, Fischladen am Hafen mit geräucherten Krabben: Ein Gedicht!

Aber der Donnergott scheint heute schlecht gelaunt und so ziehen zum Späetnachmittag hin gewaltige Wolkenungetüme auf, die ein Gewitter nach dem anderen über uns ausschütten. Der Wind geht in Böen bis kurzzeitig 8 Bft hoch und es schüttet wie ausEimern. Dann wieder absolute Ruhe, Flaute und kurz danach kracht es wieder unddasnächste Gewitter ist da. Wir hoffen, dass es sich bis morgen früh austobt und sind froh, im Hafen zu sein.

07.08.2019, Mittwoch
Kyrkbacken Insel Ven/DK

Seit wir hier sind kämpfe ich mit der Tatsache, dass wir kein Internet bekommen. Ich kann mich mit dem WiFi verbinden, aber bekomme keine Anmeldemaske des Providers und somit auch kein Internet. An uns liegt's definitiv nicht: Es geht weder mit dem Ubiquiti WLAN Router im Mast, noch mit dem USB-Fritz WLAN Stick, noch mit unseren Smartphones. Bleibt zunächst also nur, die Wetterdaten via Smartphone zu holen indem ich das Smartphone zum Accesspoint mache. Aber die 500 MB die wir monatlich haben, sind da schnell weg und so muss ich zweimal nachbuchen.

Aber heute habe ich Glück: Ich erwische die Hafenmeisterin, die um 0900 die Flaggen im Hafen hisst. Und zwar jeden Tag. Gut zu wissen, wenn man sie mal braucht, so wie jetzt. "Ja, das Problem ist bekannt (warum dann noch nicht behoben???)" sie würde sich drum kümmern. Gegen Mittag ist dann auch alles wieder in Butter. Was so ein kleiner Reset-Knopf doch für ne tolle Wirkung haben kann. Nicht dass wir auf das Internet für das Wetter angewiesen wären, schließlich haben wir noch unseren MRD80, unseren Wetterdecoder, der uns um 0300 die 5 Tage Prognose und um 0500 den Seewetterbericht ausdruckt (und nebenbei noch die relevanten Navtex Meldungen), aber wir haben gerne immer mehrere Meinungen… Gribfiles, Örtliche Wetterberichte usw.

Wir gehen am Strand spazieren. Das Wetter ist toll. Das findet auch die Hausrobbe von Kyrkbacken, denn sie liegt wieder auf ihrem Flach direkt vor dem Strand und sonnt sich. Das muss gefilmt werden und so tun wir es. Dann wieder an Bord. Als es sich bezieht kommen die versprochenen Schauer, aber nur kurz, aber wir ziehen uns mit unseren Büchern zurück. Viele bekannte Gesichter laufen ein: Alle aus Anholt. Da muss es jetzt langsam ziemlich leer werden… Irgendwie beschleicht uns beide so langsam ein nicht erklärbares "herbstliches" Gefühl, obwohl es doch noch Sommer ist. Aber da wir es beide unabhängig voneinander wahrnehmen, muss wohl was dran sein.

So ein Gefühl wird man am besten los, wenn man sich mit etwas Gutem ablenkt: Wir gehen essen; beschlossen und verkündet. Und zwar im besten Haus am Platz (gibt nämlich nur zwei, was die Wahl bedeutend vereinfacht). Wir ordern einen Tisch, und pünktlich um 1800 Uhr (vorher ist hier nix außer "Smörrebröd" zu kriegen) stehen wir auf der Matte. Es ist ein Gedicht! Die Bordfee verputzt den größten Butt, den wir je in einem Restaurant bekommen haben und der Skipper ein "Ox-File", wie man es besser nicht hinbekommen kann. Das hat zwar hier in Schweden und in diesem Restaurant im Besonderen seinen Preis. Den ist es aber allemal wert, und das Stimmungsbarometer ist wieder auf Maximum.

06.08.2019, Dienstag
Kyrkbacken Insel Ven/DK

Der Himmel ist bewölkt und es hat in der Nacht etwas geregnet. Bei weitem nicht so viel wie angekündigt, aber immerhin hatten die Gribfiles recht. Gehen Brötchen holen. Ärgere mich wieder über die Gebühren unserer Bank für das zahlen mit der Maestro Card. Werde die Maestro unserer zweiten Bank probieren. Wir entschließen uns, mit Bus nach Baekviken zu fahren. Mal anschauen. Bus kostet für Paare 55 SEK (etwas über 5 Euro für nicht mal 6 km …) Der Hafen ist nicht besonders. Gut dass wir in Kyrkbacken liegen. Der Fährverkehr ist heftig, die Plätze sehr wenige und sehr unruhig und der Hafen bietet absolut keine Atmosphäre. Kann man abhaken. Tun wir auch und fahren mit dem nächsten Bus zurück. Dabei zahle ich diesmal mit mit der anderen Maestro Card. Kaum gezahlt, meldet meine Smartphone App schon den Zahlungsvorgang und siehe da: Keine Gebühren! Unsere "Hausbank" hat bei mir verschi…. Es gibt noch ein paar Schauer und der Wind nimmt ab Mittag auf 5 bis 6 Bft., in Spitzen 7 Bft zu. Nix mit den max. 4. Woher hatten die Meteorolügen die nur?! Das sind auch keine Schauerböen mehr, oder man definiert Bö jetzt um auf die Dauer eines Nachmittages. Erst gegen 1900 wird's wieder richtig ruhig.

05.08.2019, Montag
Gillelej/DK

Das erste was ich am Morgen feststelle: Der unfreundliche Skipper hinter uns von gestern ist schon weg. Wir legen bei 2 bis 3 Bft. aus W ab. Alles klappt perfekt und wir zuppeln bei mitlaufender Strömung von 0,5 kn (entgegen der BSH Vorhersage) Richtung Helsingör. Vor der Einfahrt in die Enge zwischen Helsingborg und Helsingör sehen wir noch einmal Schweinswale. Hier ist eine echt sichere Stelle, sie zu treffen. Offensichtlich sorgt die starke Strömung hier dafür, dass genug Fisch für sie da ist. Wir entschließen uns direkt nach Ven zu gehen. Sollte, so wie die Wetterfrösche angekündigt haben, das von Westen langsam aufziehende Sturmtief schneller sein, als angenommen, liegen wir in Ven gut und vor allem haben wir da unsere Ruhe. Den Trubel eines so großen Marina Hafens wie Helsingör brauchen wir nicht.

Vor Kyrkbacken auf Ven liegt wieder die dicke Kegelrobbe auf ihrer Sandbank und freut sich des Lebens. Die Bordfee macht noch ein paar Fotos, allerdings trauen wir uns nicht dichter heran, wegen des Tiefganges.

Wir bekommen auf Anhieb einen super Platz. Selbst wenn der Sturm aus W kommt liegen wir hinter der Kaimauer bestens. Das Wetter wird schließlich noch richtig schön und der Wind schläft vollkommen ein. Direkt vor Hafeneinfahrt jagd Schweinswal, die Hausrobbe liegt friedlich auf ihrer Sandbank oder einem Stein; auf jeden Fall eine Atmosphäre von Ruhe und Frieden. Wesentlich besser als in der seelenlosen Marina von Helsingör-Nord.

04.08.2019, Sonntag
Anholt/DK

Es ist früher Morgen. 0600 und wir machen los. Der Himmel meint es gut mit mir: Er hat den Himmel bedeckt, so dass der Abschied leichter fällt… Maimiti kommt gut voran, nachdem die ersten Meilen mit Maschine notwendig sind, denn der Wind kommt wieder und wir können die ganze Garderobe setzen. Als Ziel haben wir uns Gillelej ausgesucht, weil wir zum einen noch nie dort waren und zum anderen es nur round about 45 sm sind. Bei unsicheren Windverhältnissen eine passable Entfernung. Solange die Fahrt unter Segeln noch langsam ist (3 kn) versucht die Bordfee noch zu angeln und hat auch tatsächlich Erfolg. Als sie aber den Fang anlanden will reißt sich der Kamerad los und… wird von einem Schweinswal der plötzlich neben dem Schiff auftaucht verputzt. Nun gut, haben wir wenigstens einen Schweinswal gesehen und auch noch gefüttert. Danach beißt keiner mehr an, aber wir sehen kurz vor Gillelej noch einen Flipper, aber nur kurz.

Kurz vor dem Hafen wird es plötzlich böig bis 5 Bft. Na toll. Unbekannter Hafen und dann auch noch Böen beim Anlegen. Wir sehen einen Platz bei dem wir längs festmachen können, der reicht von der Länge aber gerade mal so für uns. Und es kommt, wies kommen muss: Als ich gerade abbremse, um den Vordermann nicht zu rammen und mich vom Wind seitlich in den Platz drücken zu lassen kommt eine Bö! Ich schaff es gerade noch, noch einmal kurz Gas zu geben und dabei hart Stb zu geben, um das Heck vom Bug des fast schon hinter uns liegenden Seglers weg zu bekommen, aber mit dem Korb der Rettungsinsel erwische ich doch noch seinen Anker. Nicht, dass irgendwas passiert wäre. Aber der Typ, ein Holländer flipt, unterstützt von seiner "Gattin" völlig aus. Wir hätten sein Boot gerammt! Seine "Alte" kräht ständig "Ich hab's gesehen, Ich hab's gesehen!" und ich frage mich "was hat sie gesehen" denn da ist nichts zu sehen. Eisenanker gegen Nirokorb… Was soll da zu sehen sein?? Höchsten bei uns! Am Niro… Ich könnte ihm eine reinhauen und sie über Bord werfen, aber Anholt hat mich sowas von tiefenentspannt, dass ich sie labern lasse. Mehr als entschuldigen können wir uns nicht, was wir getan haben, und lassen sie dann links liegen. Die Bordfee macht noch ein Beweisfoto davon, dass es nichts zu beweisen gibt, der Typ verholt seinen Kutter (X42) ein Stück nach achtern (was unnötig ist, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen) und verschwindet dann grummelnd, weil er leider doch keinen Schaden findet. Er wird dann übrigens bestraft, indem eine ebenfalls recht große Yacht mit 4 Leuten bei ihm längs geht und erst mal das Stromkabel quer über seinen "tollen Kahn" spannt, und dann an Land tobt… Ätsch!

Wir gehen, da wir aus Richtung Hafenkontor Arien mäßigen Gesang hören, erst mal auf Erkundung. Es gibt ein paar hübsche Häuser hier. Reet gedeckt. Anscheinend ist heute OpenAir Kultur angesagt. Die Hautevolee von Gillelej (Geld stinkt doch, man sieht's ihnen förmlich aus den Ohren dampfen…) sitzt bei mobilen Champagner- und Austernständen im Freien an weiß gedeckten Tafeln ganz unter sich (das gemeine Volk - auch da - profan auf Plastikklappstühlen) und lauscht den kulturellen Gesangsergüssen von der Freilichtbühne. Von Arien (kreisch-grausig…) bis Musical ist alles dabei. So 'ne Art "Wacken" für Reiche. Meine Ohren wünschen sich Lemmy Killmister aus dem Himmel zurück und hierher als Gegengift und Ohrentropfen… Morgen wollen wir weiter. Der Hafen hat bei mir nicht die Note "Muss ich unbedingt nochmal hin" bekommen.

03.08.2019, Samstag
Anholt/DK

Es ist der letzte Tag für uns auf Anholt und es ist ein echter Anholt Tag! Die Sonne knallt vom wolkenlosen Himmel, der Wind hat Urlaub und wir machen es uns am Strand und später im Hafenrestaurant gemütlich. Aber der Hafen wird leer…. Keine Live Music mehr am Kai, und der Zapfenstreich-Bläser hat wohl auch schon abgelegt, wie wir am Abend merken. Es ist ein blödes Gefühl. Jedes Mal. Der letzte Tag ist immer weder Fisch noch Fleisch. Man ist eigentlich schon unterwegs, andererseits aber will man noch bleiben, obwohl man weiß, dass es ohnehin nicht bleibt, wie es ist, und man auch nichts mit Gewalt festhalten kann, so gern man auch möchte. Ich hasse den letzten Tag an Orten, die ich mag… Immer!

02.08.2019, Freitag
Anholt/DK

Der Tag fängt bedeckt und recht frisch an. Wir haben NNW und es sind nur max. 18 Grad für heute angesagt. Aber gegen 1000 Uhr lockert es auf und wird dann ein echter Anholt-Tag. Schwachwindig, wie gesagt aus NNW, so dass man hinter der Hafenbefestigung am S-Strand absolut im Windschatten in der Sonne braten kann. Das Wasser ist ruhig und lädt zum schnorcheln ein, aber die Bordfee, die üblicherweise immer zuerst im Wasser ist, berichtet, dass wieder Feuerquallen antreiben. Also bleibt der Skipper im Trockenen und badet stattdessen in der Sonne. Am Nachmittag spielt ein Soloist Gitarre und singt dazu Lieder von Leonhard Cohen. Die lassen sich hier immer etwas einfallen. Diese Insel ist einfach etwas ganz besonderes mit einem ganz besonderen Flair. Kein Wunder, dass so viele Leute immer wiederkommen und auch wir haben beim Einlaufen in den Hafen schon den Anholt-Stander statt der dänischen Gastlandsflagge gesetzt.

01.08.2019, Donnerstag
Anholt/DK

Der Himmel ist noch immer bedeckt und hin und wieder regnet es etwas, aber es wird zusehends besser und man kann schließlich sogar an den Strand gehen. Als wir unser obligatorisches Mittagsbier am Hafen einnehmen, fängt die Crew eines holländischen Zweimastgaffelschoners an, am Hafen eine Kleinkunstveranstaltung durchzuziehen. Schnell ist der Kai in einen kleinen Zirkus verwandelt und da die Crew die Zuschauer einbeziehen und dann auch noch 70er Discomusic spielen wird der Anleger von Anholt spontan zur Disco und viele Tanzen ausgelassen mit. Am Abend kommt noch ein Deutscher Segler längs bei uns. Grundsätzlich haben wir ja nix dagegen, nur muss er dann entweder mit an unsere Heckboje oder einen Heckanker werfen, was ich ihm auch sage. Aber warum fährt er nicht in einen freien Stand? Sind doch genug frei jetzt? "Ach, da darf man einfach reinfahren! Ich war noch nie hier…." bekomme ich zur Antwort… Soviel zu dem Thema "Vorbereiten, bevor man einläuft". Am Abend dann wieder, der obligatorische Zapfenstreich eines einsamen Trompeters.

31.07.2019, Mittwoch
Anholt/DK

Seit über 12 Stunden regnet es ohne Unterbrechung und es wird wohl auch nicht aufhören. Die Leckagen, die ich im Deck gedichtet habe, scheinen nun endlich dicht zu sein, allerdings stellt sich eine neue ein. Aber die ist noch so unbedeutend, dass sie bis zu Hause warten kann. Nur ein, zwei Spritzer. Der Tag wird mit Lesen und Computerspiel verbracht. Zum Glück gibt es auf Anholt Internet, wenn auch kostenpflichtig und nicht sonderlich schnell. Das Herunterladen der Kartenupdates bricht immer wieder ab, so dass ich danebensitzen und immer wieder den Prozess starten muss, bis dann endlich wieder eine Datei komplett auf dem Rechner liegt. Am Spätnachmittag, ja schon fast Abend will noch eine deutsche Yacht bei uns längs gehen. Der Skipper ist ganz offensichtlich mit dem Schiff völlig überfordert, kehrt aber gegenüber seiner Crew (Frau und Sohn offensichtlich) den großen Zampano heraus. Warum er nicht in den gegenüberliegenden freien Stand geht, frage ich. "Wir haben keinen Heckanker" bekomme ich zur Antwort. Als ich ihnen sage, dass da überall Heckbojen warten, heißt es "Ach ja, da gibt's ja Heckbojen… Also wird wieder abgelegt. Dann rein in den gegenüberliegenden Stand, dabei wird mit Maschine und Bugstrahlruder gespielt, das einem die Ohren weh tun, aber nix klappt und schließlich fährt sich der gute Mann auch noch die zur Boje gespannte Leine seines Nachbarn in die Schraube! Peng, Motor steht, Schiff "klebt" am Nachbarn! Er hat Glück, denn er startet neu und legt den Gang in die andre Richtung ein, und die Leine kommt frei. Allerdings in zwei Teilen. Der Nachbar kann seine Ankarolina also erst mal vergessen. Das ist hier hin und wieder besser als jede Dokusoap im Fernsehen…

30.07.2019, Dienstag
Anholt/DK

Ein Morgen, als hätte die Welt gebrannt. Es ist so diesig, dass man meint, da hinge Rauch in der Luft. Nun, der Wetterbericht hatte es ja angekündigt. Aber trotzdem scheint die Sonne, und es wird langsam klarer. Wir gehen zum Strand. Der Wind hat auch noch nicht, so wie vorhergesagt, zugelegt, aber im Lauf des Vormittags bezieht es sich immer mehr. Über Schweden sind bereits erste Gewitter zu verzeichnen, aber an Anholt ziehen sie fröhlich vorbei. Schließlich ist die Sonne völlig weg und wir ziehen uns an Bord zurück. Dann fängt es an zu wehen, erst nur mit 5, dann mit 6 Bft. Skaagen hat laut Windfinder schon 7 im Mittel. Und dann setzt der Regen ein und hört nicht mehr auf. Es soll so bleiben bis Morgen. Schaun mer mal. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommt noch ein Traditionssegler herein. Ein großer Zweimast Gaffelschoner.

29.07.2019, Montag
Anholt/DK

Ein besonders schöner Tag. Auch wenn es Zeitweise etwas bezogen ist, so überwiegt doch der Sonnenschein. Gehen Spazieren, viele Schmetterlinge. Dann zum Strand. Danach ein Bierchen in der Hafenkneipe und dann zum Schiff in die Hängematte. Zwischendurch noch Jomfunhummer mit Knoblauchdipp und dann wieder in die Hängematte. Aus der Hafenbar klingen sanfte Lifemusic Klänge und es lässt sich so gut leben. Dann noch ein Buch zu Ende lesen und den Tag mit einem, auf der Trompete gespielten Zapfenstreich beenden, für den der Künstler, wie jeden Abend, einen hafenweiten Applaus erhält. Das ist Anholt! Mein dänischer Bootsnachbar fragte mich: "Was machst du, wenn du nicht segelst?" Antwort:" Vom Segeln träumen…"

28.07.2019, Sonntag
Anholt/DK

Der Tag beginnt sehr früh! Um 0600 Uhr kommt der erste Fischer in den Hafen und der Skipper sprintet mit Tüte bewaffnet los und ergattert 2 Kilo frischgefangenen Jomfrunhummer. Die extra großen Exemplare, die normalerweise gleich in die Restaurants gehen. Der Tag und das Essen sind gerettet. Dann ab in den Kühler damit, Tasche gepackt und los zum Strand. Aber trotz tollem Wetter ist die Badefreude der Bordfee etwas getrübt, denn heute werden vermehrt Feuerquallen angespült. Ein kleines Mädchen hat sich anscheinend auf die abgerissenen Tentakeln solch eines Exemplars gesetzt und wird am Allerwertesten genesselt. Vor Schmerzen heulend rennt sie mit ihrer Mutter zum Schiff wo die Mutter, ganz in der überzeugung das Richtige zu tun, genau das Falsche macht: Sie spült das Kind mit dem Frischwasser (Süßwasser) aus der Borddusche ab. Das bringt, wie man im Internet überall nachlesen kann, dann auch die bis dahin noch nicht ausgelösten Nesselzellen (schätzungsweise 80%) auch noch zum Platzen... Nun, es waren Dänen und ich meinte, die müßten sich als "Einheimische" doch mit sowas auskennen... Am Nachmittag lauschen wir von Bord noch der Lifemusic von einer der Hafenkneipen (oder auch Restaurants, wie es beliebt). Um 2100 Uhr gibt es dann den, von einem Trompeter gespielten Zapfenstreich, der wieder mit hafenweitem Applaus honoriert wird. Tolle Atmosphäre!

27.07.2019, Samstag
Anholt/DK

Nachdem die Bordfee die obligatorische Morgenrunde durch den Hafen gemacht hat - man muss ja schließlich genau informiert sein, wer angelegt und abgelegt hat - überlegen wir noch kurz, ob der Skipper heute schon zum Fischer gehen soll. Aber wir beschließen, diese Aktion auf morgen zu verschieben. Dann geht's wieder mit Sack und Pack zum Strand. Wohin sonst!? Bei dem Wetter. Man muss es nutzen, so lange es anhält. Der Regen ist schon angekündigt.

26.07.2019, Freitag
Anholt/DK

Wieder ein Traummorgen mit einem Traumhimmel. Kein Wind, ruhiges Meer und leerer Strand. Der Hafen ist immer noch rappel voll, aber es hat sich etwas entspannt. Zum einen haben eine ganze Menge Boote abgelegt, zum anderen liegen bei der vorherrschenden Windrichtung NE bis E rund 20 Yachten vor dem Hafen bzw. Strand vor Anker. Quasi auf Reede. Wir gehen schon früh zum Strand. Es ist um 0900 Uhr noch ganz leer. Das Wasser glatt, wie ein Spiegel, so dass man wunderbar geruhsam schnorcheln gehen kann, was wir beide auch ausgiebig tun. Dann, als die Meute kommt, zurück zum Schiff und ab in die Hängematte. Man gönnt sich ja sonst nix…

Im Hafen spielt eine Life Band. Ruhige schöne Musik, die zum Träumen verleitet.

25.07.2019, Donnerstag
Anholt/DK

Auch der nächste Tag ist ein Strand-Tag. Nach ausgiebigem Sonnen und Meeresbad, verholen wir zum Schiff in die Hängematte, gehen noch ein am Hafen Bier trinken und genießen danach, wiederum in der Hängematte die Life-Music, die vor der Hafenbar gespielt wird.

24.07.2019, Mittwoch
Anholt /DK

Ein Traummorgen mit einem Traumhimmel. Kein Wind, ruhiges Meer und leerer Strand. Noch… Was will man mehr. Aber ab Mittag wird's hier aussehen wie auf Mallorca. Aber wenn die alle am Strand sind, gehen wir an Bord in die Hängematte, denn dann ist es da ruhiger ;-) Dachten wir. Aber heute übertrifft sich der Hafenmeister mit seinen "Stapelkünsten" selbst. 3 Reihen sind es nun, die da am Steg liegen, also zwei hinter uns. Und das sind alles große Brocken von 37 bis 44 Fuss! Nicht schön, aber solange, so wie zur Zeit, kein Wind ist, bzw. das Bisschen, was kommt aus E weht, solange geht das. Aber wehe, da ist mal unerwartet mehr dabei. Dann geht der ganze Schmunz auf Drift, denn keiner hat von denen einen Heckanker ausgebracht und kaum einer ist an einer Muringboje fest. Die Schiffe sind wie mit einem Spinnenetz untereinander vertäut. Wenn es anfangen sollte zu wehen, gehen alle zusammen auf Drift... Sowas würde ich als Hafenmeister nicht zulassen, auch wenn's noch soviel Einnahmen bringt.

Aber das ist halt Anholt... So ein bisschen Anarchie und Hippy Mentalität schwingt hier überall mit. Und genau darum fährt man ja auch hier her, wie einer unserer Nachbarn sagte (Däne).

23.07.2019, Dienstag
Anholt /DK

Ein schöner Tag mit viel Sonne ab dem Mittag. Der Hafen scheint immer voller zu werden. Inzwischen vielfach schon 3 Schiffe (!) hintereinander. Schließlich kommt am Nachmittag die Schwester unseres Dänischen Nachbarn vorbei und bringt das ersehnte Ersatzteil. Ich kann's nicht abwarten und fange sofort an, die Reparatur durchzuziehen. Der alte Schalter lässt sich nur mit großer Mühe lösen. Kein Wunder, so ein Teil baut man eigentlich nie wieder aus. Es sei denn, man hat Murphy an Bord…

Dann, oh Schreck, da sind da Kupferdichtungen drin, und die liegen dem Ersatzteil nicht bei.. Aber ich habe zum Glück ausgesprochen viel Kram in dieser Beziehung dabei und habe schnell zwei 100% passende Ringe gefunden. Dann einbauen, ordentlich anziehen und Starten… Ja, dicht! Der Tag ist gerettet und wir sehen wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Allerdings weg kommen wir hier - außer mit viel Umständen - im Moment ohnehin nicht: Hinter uns liegen noch zwei Reihen Schiffe…..

22.07.2019, Montag
Anholt /DK

Der Hafen wird voll und voller. Eine große Yacht schiebt sich noch in unseren "Stern" am Kopfsteg und wir sind erfreut zu sehen, dass der Skipper so umsichtig ist, einen Heckanker zu werfen, der auch wirklich hält. Es ist eine Elvström Phantom 42. Schönes Schiff. Ich komme mit dem Skipper ins Gespräch und wir stellen fest, dass wir den gleichen Motor haben. Er will mal schaun, ob er u.U. einen Öldruckschalter als Reseve dabei hat. Hat er natürlich nicht, aber wir machen folgenden Deal: Ich bestelle das Ersatzteil in Kopenhagen via Internet. Es wird an seine Firmenadresse in Kerteminde geliefert, und wenn alles klappt, dann bringt sein Fluglehrer, der am nächsten Tag mit dem Flieger nach Anholt kommt, das Ding mit. Wenn's nicht rechtzeitig bei ihm ist, stecken sie es in die Post und ich muss es mir am Donnerstag mit dem Fahrrad aus dem Ort von der Poststation abholen. Klingt erst mal sehr gut und so machen wir es. Wir schwatzen noch eine ganze Weile und ich muss sagen, ich bin beruhigt.

21.07.2019, Sonntag
Anholt /DK

Wetter im Moment nicht so prickelnd. Die 6 Bft aus W bis SW sind ideal für die Kitesurfer, die sich hier gerade austoben. Der Skipper geht zum Bezahlen der Hafengebühr (Automat) und trifft den jungen Hafenmeister. Nach einem kurzen Gespräch ist klar: Ja, wir werden unsere vier Colaflaschen mit Altöl/Wassergemisch hier los. Der Hafenmeister erzählt, dass ihm mit seinem Stahl-Motorsegler ähnliches auch schon wiederfahren sei. Neben den Mülltonnen gibt es jetzt einen Metallschrank für Sonderabfälle. Sehr gut und kostet auch nix. Das nenne ich mal umgesetzten Umweltschutz. So macht man es den Leuten leicht ihren Sondermüll umweltgerecht los zu werden!

Am Nachmittag werde ich weiter sauber machen und dann die Seite, wo der Ölfilter ist und ich die Ölspuren lokalisiert habe mit Küchenfolie abkleben und dann die Maschine laufen lassen. Wenn noch irgendwas undicht ist, sollte man das dann auf der weißen Folie erkennen und genau lokalisieren können. Fakt ist: Murphy ist definitiv immer noch an Bord und scheint keinerlei Lust zu verspüren, umzuziehen...

Das merkt wohl auch der Wettergott (oder sind die beiden im Bunde?) denn es beginnt, nachdem es gestern mit guten 6 geblasen hat, zu regnen. Aber egal. Im Schiff ist ja nun genug zu tun und so tut es einem auch nicht um die verpassten Sonnenstunden leid.

Also, da es nun mal regnet, ran an die Arbeit. Zunächst wird noch ein wenig die Bilge gereinigt (soweit man drankommt). Dann lege ich ein Tuch dorthin, wo ich meine, dass das Öl (wenn vielleicht doch nicht aus dem Ölfilter…?) herkommt. Und dann starten wir die Maschine. Der Öldruck ist ok, aber da ruft die Bordfee schon: " Maschine stopp, sofort". Sie hat es! Es war nicht der Ölfilter, wie wir verwundert sehen, sondern der Öldruckschalter, bei dem direkt aus dem elektrischen Kontakt fröhlich das Öl rieselt. Und zwar so schnell, dass es kein Wunder ist, dass der ganze Schmunz in der Bilge gelandet ist. Na toll. Und dieser blöde Schalter sitzt natürlich direkt neben dem Ölfilter, weshalb der zuerst in erdacht geriet. Nun hält uns also nicht nur der Wind, sondern auch noch der Motor auf der Insel fest…

Ich gehe zum Supermarkt und schildere der netten Dame dort unser Problem. Wir brauchen jemanden der dänisch spricht und das Ersatzteil für uns hierher nach Anholt ordert. Schwierig sollte das nicht sein, schließlich sind wir in Dänemark, der Heimat unseres Motors. Ich soll morgen wiederkommen, dann machen wir das, so die Aussage, denn es ist ohnehin Sonntag, also nirgends jemand da. Gut, dann warten wir auf Morgen.

20.07.2019, Samstag
Anholt /DK

Ein schöner Morgen. Vor allem, weil um 06:00 Uhr der Weckruf der Bordfee erschallt: "Da kommt der erste Fischer rein" Ich weiß, was das heißt… Schon gestern kam die Frage, wann ich denn zum ersten Mal zum Fischer frischen Jomfrun Hummer holen gehe. Nun, heute ist es soweit. Ich hüpfe aus der Koje und mach auf den Weg. Und richtig, ich bekomme meine zwei Kilo. round about 14 Euro muss ich dafür zahlen, was gegenüber den Preisen bei uns lächerlich ist. Und vor allem: Hier ist er frisch; direkt vom Kutter, gerade gefangen. Die schnuckeligen Krebstiere kommen aber erst einmal in den Kühler. Dann geht's zum Strand. Die Bordfee möchte das "Anholt Feeling" voll genießen. Ein Kiter mit Hydrofoil begeistert uns. Der Wind ist aber auch extrem gleichmäßig. Dann geht's wieder an Bord. Dann der Schock! Wollte wieder nach Getriebeöl schauen und -Scheiße! - alles voller Öl unter dem Motor! Messstab raus: Leer! Glück im Unglück gehabt, das nix weiter passiert ist. Es war (und ist) eine riesen Sauerei. 3 L Motoröl in der Bilge! Habe mir aus einer Glasfiberstange und einer Ölabsaugpumpe mit einer Schlauchverlängerung eine Absaugeinrichtung gebastelt, weil man sonst ja an nix rankommt. In der Bilge steht der Wassertank (dessen Einfüllstutzen zu allem Überfluss auch noch undicht geworden ist...), so dass man da unten nicht mit Lappen etc. drankommt. Mit meiner Absaugeinrichtung habe ich dann erfolgreich wie "McGyver" rund 4,5 L Wasser/Ölgemisch in leere Colaflaschen heraus befördert. Als sich dann das Öl vom Wasser getrennt hatte, konnte ich gut abschätzen, dass da ungefähr 2,5 bis 3 L Öl abgeschmiert waren. Ich habe inzwischen alle Möglichkeiten durchgespielt, komme aber auf Grund der Spuren zu dem Schluss, dass der Ölfilter ne Produktions-Macke gehabt haben muss. Entweder Dichtung, oder Umbördelung undicht, keine Ahnung. Habe ja zum Glück immer alles dabei. Also neuen Ölfilter drauf und 3 Liter Frischöl nachgefüllt. Dann war ich erst mal fertig für den Tag... Danach gab's zur Belohnung die 2 kg Jomfun Hummer

19.07.2019, Freitag
Anholt/DK

Es ist bedeckter Morgen. Es herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Wir lauern, dass der Nachbar an Steuerbord endlich ablegt. Gegen 11:30 ist es dann soweit. Er legt ab und wir besetzen erst einmal seine Steckdose mit unserem Adapterkabel und machen los.

Der Heckanker geht trotz der Kette mit rückwärts drüberfahren gut aus dem Grund. Dann einen Kringel fahren und ran die Heckboje. Die Bordfee erwischt sie auf Anhieb. Dann geht's an den Steg. Wir haben die Heckbojenleine gedoppelt (2x 15 m) und mit Nirohaken in die Boje geschäkelt. So kann man nun über beide Heckpoller das Schiff mit den Leinen auch ein wenig ausrichten. Danach geht's erst mal zum Einkaufen und am Nachmittag an den Strand. Es bezieht sich und wir kehren zum Schiff zurück.

Wir bekommen Nachbarn mit einem Trimaran, dessen Ausleger sich anklappen lassen. Die beiden gehen einfach längs bei uns. Kein Heckanker, keine Landleine, nix. "Wir gehen immer längsseits..." ist der Kommentar und der Hafenmeister hätte sie so eingewiesen. Mir fehlt der Glaube. Uns hatte er genauso eingewiesen, aber mit Heckanker! Nun, Frechheit (und ein sonniges Gemüt, dass die Seemannschaft ersetzt) siegen leider in dieser Welt, immer mehr...Der Hafen wir wieder sehr voll. Eine Puffin 58 kommt herein und muss an den Fischerkai. Sonst passt die nirgends hin und auch ein wirklich großer Katamaran, der ebenfalls völlig gedankenlos in die enge Gasse der Heckbojenlieger fährt. Was meinte der wohl, wo er da anlegen könnte, mit so einem Pott?? Der Hafenmeister, der hier seinen Titel wirklich verdient, jagd ihn allerdings wieder raus und verweist ihn an einen neuen Steg im Vorhafen. Da liegt schon so ein Monsterkat und genau da gehört auch er hin. Überhaupt scheint die Schiffsgröße inzwischen auch zum Statussymbol avanciert zu sein, wobei in der Regel die Seemannschaft proportional zur Größe der Schiffe abzunehmen scheint. Technik ersetzt nun mal nicht unbedingt können...Wir haben genug gesehen für diesen Tag und ziehen uns mit unseren Büchern zurück.

Donnerstag,18.07.2019
Kyrkbacken (Insel Ven/SE)

03:00 Uhr, wolkenlos, Vollmond, windstill. Wir legen ab. Beim Einschalten der Maschinenbeleuchtung fliegt die Sicherung raus. Keine Ahnung warum. Auch die nächste tuts nur Sekunden. Alsoschalten wir halt die Segelbeleuchtung ein. Nicht ganz korrekt, aber besser als gar kein Licht und die Positionslichter stimmen auch.

Wir laufen auf Helsingör zu und der mitsetzende Strom wird immer stärker. AKurz hinter Helsingör messen wir 8,2 kn über Grund. Bei den 2400 Umdrehungen, die unsere Maschine läuft, machen wir sonst 6 kn. Also 2,2 kn Strom. Gut,dass der mitläuft. Schließlich sichten wir mehrere Schweinswale, die in der Strömung jagen. Die haben wir hier gerade an dieser Stelle schon öfter gesehen. Der Momd bescheint dazu unseren Weg. Mit der Sonne kommt auch zum Glück etwas Wind aus SW auf und wir setzen alles, was wir haben. es wird keine schnelle Reise, aber das war uns von vornherein klar, weshalb wir ja auch so früh ausgelaufen sind. Wieder einmal freuen wir uns über unseren kleinen AIS -USB-Stick. Er ist wirklich eine große Hilfe, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie man mit den großen Pötten umgeht. Die CPA Funktion ist eine tolle Erfindung.

Schließlich laufen wir in Anholt Havnein.Es ist, wie nicht anders zu erwarten zu dieser Jahrszeit (und um diese Uhrzeit) brechend voll. Der Hafenmeister weist uns von seinemSchlauchboot aus ein. Wir sollen vor Heckanker an den zweiten Kopfsteg. Wir werfen den 10 kg Bruce Heckanker mit 20 m 6 mm Kette. Der hält! Dann machen wir am Steg fest. Strom gibt's keinen. Alle Steckdosen belegt. Später legen die Schiffe auch in der zweiten Reihe an. Der Skipper geht noch schnell einkaufen. Das Wetter ist Bombe. Das reicht dann auch für einen Tag. Wir sprechen noch mit den Nachbarn ab, die am nächsten Tag los wollen, dass sie vorher Bescheid geben. Dann übernehmen wir ihre Steckdose und auch ihren Heckbojenplatz

Mittwoch, 17.07.2019
Kyrkbacken (Insel Ven/SE)

Wie immer schaue ich nach meinem Getriebeöl und siehe da: Plötzlich Motoröl in der Bilge. Da aber an Bb neben dem Motor oben auf dem Fundament auch Öl ist, vermute ich den Ölfilter als Quelle. Und richtig! Er ist vollkommen lose. Ziehe ihn an und mache alles wieder sauber.

Dann gehen wir Spazieren. Wir wollen hinauf zur Kirche, die dem Ort vermutlich seinen Namen gegeben hat. Es kommen uns jede Menge gelbe Fahrräder entgegen, die es anscheinend im Fährhafen auf der anderen Seite der Insel zu mieten gibt. Alles dabei: Tandems, Solobikes, Fahrrad mit Kinderanhänger, Elektroroller, Pedelecs … , Schließlich kommen wir bei der Kirche an. Unschwer zu erkennen, dass es sich um eine Seefahrerkirche handelt denn nicht nur, dass in den Fenstern Schiffsmodelle stehen, auch eine große Flüche ist mit Buchsbäumen in Form eines Ankers, ohne Namen etc. bepflanzt. Ich vermute, es ist der Platz für die Namenlosen auf See gebliebenen. Wir wandern zurück an teilweise an Pippi Langstrumpf erinnernden Vorgärten mit wunderschönen Sommerblumen. Ein schönes Inselchen.

Schließlich gibt's noch ne kleine Reparatur. Die Kontrollleuchte für die Motorfahrbeleuchtung ist noch immer defekt. Damit wir nicht wieder den "Tannenbaum" brennen lassen, löte ich statt der vorher darin befindlichen Glühlampe eine LED mit Widerstand ein. Kurze Kontrolle: Geht. Danach ist nur noch Eisessen und Sonnen angesagt.

Dienstag, 16.07.2019
Kyrkbacken (Insel Ven/SE)

Dienstag Für Heute ist NW angesagt. Angeblich 4 Bft., aber bisher ist davon nichts zu spüren. Im Gegenteil: Es ist absolute Flaute. Macht nix, wir wollten ja ohnehin hier bleiben, denn im letzten Jahr waren wir auch nur über Nacht hier und hatten keine Gelegenheit uns umzuschauen.

Zunächst gehen wir Spazieren. Wir wollen hinauf zur Kirche, die dem Ort vermutlich seinen Namen gegeben hat. Es kommen uns jede Menge gelbe Fahrräder entgegen, die es anscheinend im Fährhafen auf der anderen Seite der Insel zu mieten gibt. Alles dabei: Tandems, Solobikes, Fahrrad mit Kinderanhänger, Elektroroller, Pedelecs … , Schließlich kommen wir bei der Kirche an. Unschwer zu erkennen, dass es sich um eine Seefahrerkirche handelt denn nicht nur, dass in den Fenstern Schiffsmodelle stehen, auch eine große Flüche ist mit Buchsbäumen in Form eines Ankers, ohne Namen etc. bepflanzt. Ich vermute, es ist der Platz für die Namenlosen auf See gebliebenen. Wir wandern zurück an teilweise an Pippi Langstrumpf erinnernden Vorgärten mit wunderschönen Sommerblumen. Ein schönes Inselchen.

Montag, 15.07.2019
Dragör/DK

08:45, NbS, 15 Grad, Bewölkung 100%. Wir gehen noch an die Tanke und füllen alle Kanister und den Haupttank. Nun sind wir wieder für alles gerüstet. Danach verlassen wir den Hafen mit dem Ziel Helsingör. Es weht mit 3 bis 4 Bft. aus WSW. Wir setzen, kaum dass wir den Hafen verlassen haben, Vollzeug. Es ist Maimitis Wind, und kaum stehen die Segel da zieht sie auch schon mit 6 kn los. Leichte Schräglage, kaum der Rede wert, volle Segel, es ist eine wahre Freude, die für vieles entschädigt! Angeln ist allerdings bei dem Tempo für die Bordfee nicht drin. Der Wind pegelt sich ein und ist sehr konstant, sowohl was die Richtung, als auch die Stärke betrifft. Als wir gegen Mittag auf der Höhe von Kyrkbacken (Insel Ven/SE) sind, fragt der Skipper bei der Bordfee an, was sie davon hält, hier einzulaufen. Klar, es ist wunderschönes Segeln und wir würden locker so bis Helsingör durchlaufen können, aber dann sind vermutlich zwei Wartetage angesagt, um nach Anholt günstigen Wind zu haben. Nun ist aber Helsingör zwar ein guter Versorgungshafen, aber das ist auch schon alles. Der Hafen hat sich für meinen Geschmack in den letzten Jahren zu sehr zur seelenlosen Marina entwickelt. Da zwei Tage liegen muss man nicht haben. Die Bordfee überlegt nicht lange und stimmt zu. Erst kurz vor dem Hafen nehmen wir die Segel weg und laufen ein. Voll! Wie nicht anders zu erwarten, aber um die Zeit legen auch noch einige ab. Wir gehen zunächst an die südliche Kaimauer, liegen aber nicht nur sehr unruhig, sondern auch sehr "bescheiden" an der stählernen Spundwand, die noch den Effekt hat, dass unser Kompass plötzlich E anzeigt, obwohl der Bug nach NW zeigt. Schließlich, während wir noch aufklaren, sehen wir eine schwedische Yacht mit einer Menge Kinder an Bord, die sich klar zum Auslaufen macht. Die Maschine läuft bereits, also machen wir flugs los und gehen in Wartestellung, denn es ist ein begehrter Boxenplatz an der ruhigen N-Pier. Den würde jeder, der einläuft, sofort nehmen! Leider macht der schwedische Skipper offensichtlich noch Bootsausbildung mit den Kids, so dass es ewig braucht, bis sie schließlich wirklich aus der Box raus sind. Wir, nix wie rein, und dann wird's auch wirklich gemütlich. Das ist ein Spitzenplätzchen und wir sind nachträglich noch froh, denn zum Abend füllt sich der Hafen dermaßen, dass manche ihn wieder verlassen. Wir gehen zunächst Hafengebühr zahlen (Automat, wo man auch die Zugangsdaten zum Internet bekommt) und dann Spazieren. Das Wetter ist schön und es wird noch ein wunderbarer Nachmittag, nach einem wunderbaren Segelvormittag. Ein Tag, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Sonntag, 14.07.2019
Rödvig/DK

08:45, Ablegen Rödvig, 15 Grad, 100% bewölkt, Wind WSW 2-3. Wir legen in Rödvig ab. Kurz nach der Hafenausfahrt setzen wir die Segel. Nach einiger Zeit will die Bordfee es zum ersten Mal in diesem Jahr versuchen: Skipper muss die Angel klarmachen und so geht der Haken über Bord. Leider erfolglos. Gegen 13:30 Uhr machen wir in Dragör fest. Wind W 4. Voll, wie zu erwarten. Entschließen uns spontan, ganz vorne an der Ausfahrt des Hafens am Kai an einen Platz zu gehen, der genau noch für Maimiti reicht. Sofort ran, bevor ein anderes tut, denn jetzt geht es Schlag auf Schlag und wenn man Pech hat, legt einer schneller an, als man gewendet hat. Also sofort nehmen!

Wir liegen auch gar noch nicht lange, da kommt eine größere Yacht als Maimiti und will längs. Es ist nicht sehr viel Wind, der auch noch von achtern für den Anleger weht, aber er kommt nicht klar. Das Bugstrahlruder nutzt er oft aber immer dann, wenn er es lieber bleiben lassen sollte, und mit Ruder und Maschine zu arbeiten, davon hat er anscheinend noch nie gehört. Er braucht einen zweiten Anlauf und fängt wieder an, mit seinem Bugstrahlruder herum zu experimentieren, bis ich ihm bedeute, das einfach zu lassen! Schließlich bringen die Bordfee und der Skipper die Yacht mit vereinten Kräften und den eigentlich zu kurzen, uns zugeworfenen, Enden längs und machen sie mit zusätzlichen Springs fest. Sie wollen nur mal ne Stunde essen gehen und dann wieder verschwinden. Auch gut. Der Skipper geht inzwischen das Hafengeld bezahlen und das Passwort fürs WiFi besorgen, Es ist zwar Sonntag, aber es ist Markt und tolle Stimmung und vor allem ist der Fischladen offen! Da wechseln sofort geräucherte Krabben den Besitzer. Als ich zum Boot zurück komme, läuft mir noch eine ganze Mink Familie fast über die Füße. Wie es aussieht Mutter und drei Junge. An Bord wollen gerade unsere Nachbarn wieder ablegen. Prima, dann kann ich mit der Bordfee nochmal auf den Markt gehen. Machen wir auch und schon gibt es zu den Krabben auch noch leckeren Käse und eine Hirschsalamie... So kann man leben ;-)

Samstag, 13.07.2019
Rödvig/DK

Ein ruhiger Tag, der aber unruhig anfängt: Die Bordfee will unbedingt sofort, bevor ich was andere anfange, die Hafengebühr bezahlten. Also lostiegern und erledigen. Bei der Rückkehr die Erkenntnis: Das Licht für Motorfahrt brennt! Und das ganz offensichtlich seit Swinemünde, denn dort haben wir den Hafen im Dunkeln verlassen. Also gestern 18 Stunden zuzüglich der Nacht ohne Maschine und Landstrom: Das waren 3 x25 Watt zusätzlich. Also rekapituliere ich: 3x25 Watt Beleuchtung, Autopilot, Notebook, Echolot, GPS, Wetterdecoder, UKW Funk… Tja, da kam dann wohl in der Verbrauchsbatterie nicht mehr viel an, was sie laden konnte… Und dann die ganze Nacht weiter mit Beleuchtung. Kein Wunder wenn die Batterie nur noch 12,1 Volt zeigt (unbelastet!) ok. Also nächstes Problem: Nun winscht der Skipper die Bordfee in den Besan um die Seeflagge zu klarien. Wir ziehen gleich eine neue Flaggleine ein. Die alte war tatsächlich gerissen. Reinige mal wieder die Bilge. Wieder Getriebeöl drin, geht aber fix. Nachfüllen ca. 1/8 L, dann wieder max. gem. Anzeige. Kontrolliere den Hochleistungs-Sterling Laderegler. Alle Sicherungen drin. Bei Testlauf funktioniert er anscheinend einwandfrei. Ziehe noch Keilriemen etwas an. Schien mir zu lose. Gehen Einkaufen. Wir brauchen Frischware. Die Versorgungsmöglichkeiten hier im Brugsen sind sehr gut. Dann kommt Gewitter. Zieht nicht direkt über uns, dafür regnets recht ordentlich. Kurz danach legen Schweden neben uns an. Helfen beim Festmachen.

Freitag, 12.07.2019
Rödvig/DK

12 Grad, ENE 1-2, Die Bordfee setzt die Seeflagge (Nationale im Besantop). Denkt sie..., denn plötzlich ist die Flagge oben, aber sie hat ein gerissenes Ende Flaggleine in der Hand. Das klarieren kommt erst im nächsten Hafen in Betracht. Danke Murphy! 12:55, Sind auf der Höhe von Saßnitz. Sonne scheint, ruhiges Wetter machen gut Fahrt. Die Ostsee sieht aus wie die Havel: Grün! Überall Algen, teilweise stinkende Teppiche, wie zu Hause auf der Havel im Hochsommer. So habe ich die Ostsee hier noch nie gesehen! Zum Heulen. Wann hören die Deppen endlich mal mit ihrer Düngerei auf?! 13:20 Uhr, Kap Arcona an Bb. Schönes Wetter, ruhige See. Kein Vergleich zu den letzten Tagen. Kurs 314 Grad, Wind NE 3. 19:00. VTG Kriegers Flak passiert. Der große Windpark liegt stb querab. Die Ostsee sieht stellenweise aus wie Gülle! Großflächig gelbbraun bis gelbgrün. Wenn der Bug durch die Wellen pflügt, hat man das Gefühl, hier hat jemand ein gigantisches Klo entleert! Im VTG (Verkehrs Trennungsgebiet) herrscht viel Verkehr. Containerschiffe mit 21kn sind normal. da ist unser kleiner USB AIS-Receiver wirklich Gold wert (obwohl er nur ein paar Euro gekostet hat!) Um 21:45 laufen wir in Rödvig Haven ein.Wir gehen zunächst in den Sportboothafen. Alles voll. Der Skipper macht auf engem Raum ein Wendemanöver. Sehr knapp. Mit durchgehendem, langem Kiel, ohne Bugstrahl und einer angehängten Windsteuerung hat man wenig Chancen beim Rückwärtsfahren, so dass das Vor-und Zurück mit Maschine für die Wende entsprechend schwierig ist. Um so schöner die blöden Kommentare der "Bord Tussen" die beim Sektchen oder Aperolchen im Cockpit sitzen und sich ansonsten nur durch die Gegend schaukeln lassen, weil die langen, teuer gestylten Fingernägelchen brechen könnten, wenn sie was anfassen... Wir schaffen es aber. Dann wollen wir an einem sehr großen Motorboot anlegen. Hat Fender draußen, die ganze Seite. Hätte ich auch bei dem Lack! Also eine Einladung... dachten wir. Kaum ist die Vorleine angebunden, heißt es "Reserviert"! Dass bei dem Belgier dann doch keiner angelegt hat, nun man mag sich sein Teil denken, der Skipper ist jedenfalls auf 180 und kocht vor Wut. Gehen schließlich in den Fischereihafen und längs an eine Deutsche Yacht. Dort waren die Fender auch so gemeint... Anlegen? Aber gerne!

Zu allem Überfluss scheint die Batterie nicht geladen worden zu sein. Batt. 1 hat gerade noch 12,4 V, Batt.2 noch12,9 nach Motorstop. Was ist das nun wieder!!! Skipper ist erledigt! Ab in die Koje.

Donnerstag, 11.07.2019
Swinemünde/PL

22 Grad, NW 4, 20% Bewölkt. Morgen soll das Wetter für unsere Zwecke besser werden. Der Wind soll auf östliche Richtung drehen und abnehmen. Wir planen in aller Frühe aufzubrechen (mal sehen ob das klappt…) und dann bis Dänemark durchzugehen, bevor der Wind wieder auf nördliche Richtung schwenkt. Notfalls binden wir noch eine Nacht dran. Wir gehen zum Strand. Es sit tolles Urlaubsfeeling.

Mittwoch, 10.07.2019
Swinemünde/PL

Bleiben heute hier und gehen an den Strand. Es weht gut aus NW und die See geht auf bis 1,5 m. Wir müssten gegen an und das wäre idiotisch. Bleiben noch einen Tag.

Dienstag, 09.07.2019
Swinemünde/PL

Wir machen uns fertig und legen ab. Wir sind nicht die einzigen, die endlich loswollen. Es ist eine wunderschöne Zeit am Morgen über den Dabie See zu fahren. Innerhalb kürzester Zeit sichten wir 10 Seeadler. Der See muss unglaublich fischreich sein, wenn man sieht, wen er alles ernähren kann: Adler, Möwen, Seeschwalben, Kormorane und...Menschen. Auf der Oder ist es noch relativ ruhig,. Wind aus NW mit gut 4 Bft. Bei Erreichen des Haffs wird die Welle unangenehm. 5 Bft aus NW bedeuten direkt auf die Nase. Egal, wir wollen nur noch weiter. Also mit Maschine durch.

Um 14:00 Uhr legen wir in der Marina Swinemünde an. Wir haben noch nie erlebt, dass ein Strom in die Kaiserfahrt Richtung Haff hinein steht. Aber diesmal ist es so. Ca. ½ kn. Der ständige NW muss da ordentlich Wasser herein gedrückt haben. Im Vorschiff ist wieder Wasser durch den Kabeldurchlass gekommen. Ich werde mit dem Ding nochmal verrückt. Was hab ich nicht schon alles ausprobiert. Wir machen uns auf die Suche. Deckenverkleidung ab, Isolierung raus und dann mit Eimer von außen "Schwallwasser" simulieren. Die Bordfee findet das einzige Loch, welches mir durch die Lappen gegangen ist. Es wird getrocknet und sofort mit Sikaflex abgedichtet. Schaun mer mal ob's nun dicht bleibt...

Montag, 08.07.2019
JK AZS, Versuch, weiterzukommen - die Erste

Das Wetter wird nicht besser, dafür aber etwas ruhiger. Sagt zummindest der Wettermann... Wir wollen los und Tanken noch Wasser. Ich checke die Maschine und auf Grund böser Erfahrungen schaue ich auch immer unter den Motor. Vordere Motorbilge sauber und trocken, aber der hintere Teil... Getriebeöl!!! Vor dem Törn hatte ich extra die Maschine ausgebaut, das Getriebe zum Wechsel des Simmerings in die Werkstatt gegeben und nun das! Was habe ich eigentlich verbrochen?! Ich mache unterm Motor sauber, soweit ich mit Hilfsmitteln rankommen und prüfe den Getriebeölstand. Unterste Markierung! Also noch ok und nicht leer. Das deutet auf eine erneute Undichtigkeit des Simmerings hin, denn wäre das Gehäuse undicht, wäre wohl alles rausgelaufen. Viel Getriebeöl haben wir nicht mehr dabei.Ich fülle etwas nach.

Dann wollen wir erstmal aufbrechen. Die Tankstelle soll um 08:00 Uhr öffnen. Wir legen an, aber niemand da. Also anrufen. "Jaaa, wir öffnen um 14:00 Uhr. Fahren Sie zur Marina Pogon, 80 m weiter, da gibts Diesel". Wir sind stinksauer. Inzwischen fängt es an zu Nieseln un dzu blasen. Aber gut, wir verholen in die Marina Pogon. Je näher wir der Tanke kommen, desto flacher wirds. Ausserdem sagt man uns, anlegen und Tanken ist da nicht. Nur mit Kanistern hinlatschen... Als es uns zu flach wird, drehen wir um und kehren in den JK AZS auf unseren Liegeplatz zurück. Warten wir halt bis 14:00 Uhr, aber dann noch los? Wohin? Ziegenort? Nicht sonderlich schön. Vermutlich werden wir erst morgen weiterkommen.

Ich mach mich jedenfalls erst mal auf die Socken zur nächsten Tanke um synthetisches Getriebeöl zu besorgen. Drin ist ATF V. Die erste Tanke ist negativ. Der Tankwart spricht kein Deutsch, Getriebeöl hat er nicht. Irgendwie verständigen wir uns, dass es 300 m weiter noch eine Tanke gibt. Also weiter. Auch da keine Deutsch- oder Englischkenntnisse vorhanden... Schließlich hilft Google:Ich tippe "Getriebeöl auf Polnisch" ein und zeige das Ergebnis dem Tankwart. Jaaaaa, nun begreift er und wir finden synthetisches ATF III. Ich kaufe gleich 4 Liter. Der Plan ist, einen saugfähigen Lappen unter das Getriebe zu legen und regelmäßig zu kontrollieren und nachzufüllen. Was anderes geht unterwegs nicht. Reparatur erst wieder in Berlin. Freu mich schon: Motor raus, Getriebe abbauen, Schei...

Vielleicht kann mir einer der geneigten Leser mal nen Tip geben, wie ich "Murphy" das Licht ausblasen kann. Langsam wirds nämlich richtig ärgerlich!

Yu 14:00 Uhr legen wir erneut ab zum Tanken. Diesmal ist jemand da. ein freundlicher Polizist vom polnischen Wasserschutz hilt uns beim Anlegen. Er wartet auch auf die Tanke mit seinem Boot. Insgesamt tanken wir 87 Liter. 50 Liter gehen in den Haupttank (46 L in den Tank, 4L fasst das Einfüllrohr). In Kanister füllen wir 20 L, 10 L und einer wird aufgefüllt mit 7 L. Zwei weitere Kanister haben wir noch voll mit jeweils 10 Litern, so dass wir insgesamt 145 Liter an Bord haben. Damit kannman bei 2 L Verbrauch die Stunde schon ganz ordentlich Meilen machen, wenn der Wind den Dienst versagt. Wasser hatten wir gestern schon getankt. Nun alles klar zum Ablegen morgen. Hoffentlich ändert sich bald die Großwetterlage mal zu unseren Gunsten.

Sonntag, 07.07.2019
JK AZS

Das Wetter wird nicht besser, dafür wir aber langsam unruhig. Arkona meldet immer noch 6 bis 7 Bft. aus NW. Das kann man vergessen. Arme Schweine, die nur 3 Wochen Urlaub habe. Hat man dann so eine Wetterlage kann man eigentlich gleich wieder umkehren und sich das Maststellen sparen…

Wir treffen die MACOMA aus Berlin/Tegel, die wir 2015 in Lohme kennenlernten. Sie liegen zwei Plätze neben uns (auch die MOANA MANU aus dem KaR /Berlin liegt übrigens hier). Ansonsten wandern wir ein wenig durch die Gegend und entdecken ein gemütliches Cafe, sowie einen Geldautomaten wo man, sollten wir hier wegen des Wetters "überwintern" müssen, Zloty bekommt. Der Kurs liegt laut Internet zwar im Moment bei 1 Euro = 4,24 Sloty, aber wohin man hier auch kommt, es wird locker mit 1 : 4 gearbeitet… Da ist es auf die Dauer besser, mit Zloty zu zahlen.

Samstag, 06.07.2019
JK AZS

Der Seewetterbericht macht keine Hoffnung… Wir verbringen die Zeit mit kleineren Arbeiten. Die Bordfee treibt einen Segler auf, der zwar keine Fenderpumpe, dafür aber einen kleinen, sehr lauten Kompressor hat (da isser wieder, der Kompressor…) und so werden unsere großen Kugelfender doch noch aufgepeppt.

Dann geht's noch in die Taverne im JK AZS und wir genießen bei einem fröhlichen Glas Bier die Aussicht auf den - zeitweise - "vernieselten" Dabiesee.

Freitag, 05.07.2019
JK AZS

Der Seewetterbericht ist eine schiere Katastrophe! Zwei großräumige Tiefs bringen für lange Zeit starke bis stürmische NW Winde. Wir kommen nicht weg. Selbst wenn wir so irre wären über das Haff zu bolzen, wäre spätestens in Swinemünde Schluss. Unter 6 Bft. ist in den Boddengewässern, der südlichen und westlichen Ostsee nix. Dazu heftige Schauerböen. Ein Segler, der zwei Plätze weiter liegt versuchte es, kam aber wieder zurück. Wer von See kommt hat schauriges zu berichten und ist froh, drin zu sein. Folglich fahren wir nicht raus…

Aber wir sind ja auch noch nicht fertig. Heute ist Segel einziehen angesagt. Danach gehen wir sehr gut, wenn auch für polnische Verhältnisse teuer, im Hotel essen. Vorher wandern wir noch in den Zubehörladen, an dem zwar außen SVB dransteht, der aber in keinster Weise diesem Anspruch gerecht wird. Auf die Frage nach einer Fenderpumpe will mir der Verkäufer gleich einen Kompressor andrehen… Selbst kleine Glassicherungen, wie sie in Schalttafeln eingesetzt werden, sucht man vergeblich. Einen Laden weiter verkauft man uns Segelreparaturband nur gegen Zloty. Haben wir aber nicht genug und Euro will man nicht annehmen. Na denn eben nicht!

Auch Murphy ist noch da und hat die Nacht gut überstand…: Der Skipper hat eine Blasenentzündung. Toll. Aber zum Glück sind Antibiotika an Bord und so wird dieses Malheur mit Chemie niedergemacht! In diesem Fall ist es aber daher vielleicht ganz gut, dass wir wegen des Wetters zur Zwangspause verurteilt sind. Ruhe ist in diesem Fall sicher nicht falsch…

Donnerstag, 04.07.2019
JK AZS

Wir haben wirklich gut geschlafen! Heute ist für 11:00 Uhr Maststellen angesagt. Ich habe mich überreden lassen, doch hier im JK AZS den Mast zu stellen, obwohl die Erfahrungen aus dem letzten Herbst grausig waren. Und, "Murphy" sei Dank: Exakt der gleiche "Hafenmeister" erscheint wieder! Nicht nur das. Sein Vorgänger am Vortag teilte uns mit, wir könnten ruhig schon vor 10:00 Uhr an den Kran fahren und dort in Ruhe alles vorbereiten. Wir sind gerade mitten drin, da erscheint "unser" Vorjahresfachmann und jagt uns wieder weg. Es sei noch nicht 11:00 Uhr und um 10:00 käme erst ein anderes Schiff. Also packen wir unser Gerödel wieder ein und verlegen zurück in die Box.

Pünktlich 11:15 ist dann der Kran endlich frei. Wir verholen Maimiti dort hin und das Stellen des Großmastes flutscht, dass ich schon anfange zu hoffen, es könnte diesmal alles reibungslos laufen. Fehlanzeige! Beim Besan ist wieder Sense, so wie beim letzten Mal. Ich sage:"Kranarm nach vorne", Hafenmeister macht's auch, kaum schau ich weg, schwenkt er wieder zurück und nix klappt. Dabei verbiegt er noch unsere Internetantenne und schließlich - diesmal ist Murphy schuld - vertüddelt sich die Pardune, so dass der Besan wieder gelegt werden muss, um die Pardune zu klarieren. Nächster Versuch. Ich verabschiede mich im Geiste schon von meiner Antenne… aber die ist es nicht, die flöten geht, sondern der UKW Stecker am Steuerstand, an dem sich eine Wante verhakt… Irgendwann scheint der Mann nicht mehr weiter zu wissen,sagt:"warten",dreht sich um, und geht einfach ins Zelt, welches hier im Verein offensichtlich als Auffenthaltsraum dient.Ich stehe mit dem freischwebenden Besan da... Die Bordfee tobt hinterher und holt ihn zurück! So eine Nummer hatte er letztes Jahr auch schon drauf, als er sich einfach neben dem Schiff auf einen Stuhl setzte mit den Worten:" Ich muss denken..." Aber schließlich, nach geschlagenen 2 Stunden, haben wir's!

Wir verholen wieder zurück in die Box und sind erst mal fertig… Dann wird das Rigg verspannt und aufgeräumt. Schließlich geht's an die Technik. Der UKW Stecker wird repariert (Kleinigkeit), dann alle Geräte, die mit dem Besan zusammenhängen angekabelt und getestet: UKW-Funk, GPS, Wetterdecoder, Internet, AIS, LTE-Antenne. Alles läuft zu voller Zufriedenheit. (wir hoffen, dass Murphy davon nix mitbekommen hat, sonst kommt er gleich wieder auf dumme Gedanken…)

Mittwoch, 03.07.2019
Abfahrt Schleuse Hohensaaten

06:30, Schöner Morgen, Blauer Himmel, 10 Grad

Habe gestern noch bis fast Mitternacht unser zweites Notebook versucht dazu zu bekommen wieder OpenCPN zu bedienen. OpenCPN deinstalliert. Komplett, inklusiver aller Add-ons. Schließlich scheint der Fehler in einer Inkompatibilität des ASUS Mouse Treibers zu liegen. Alles funktionierte, nur das Ziehen der Karten bzw. Vergrößern/Verkleinern via Mouse in Open CPN nicht. Außerdem hing das Programm. Nun geht alles wieder, ich musste aber alles neu installieren. Murphy sei Dank...

Dafür aber eine schöne, sehr ruhige Nacht, vor der Schleuse verbracht. Um 07:30 Uhrpassieren wir die Schleuse Hohensaaten . Es ist schönes, aber kühles Wetter. Blauer Himmel, 10 Grad. Die Schleuse lässt uns nach Anmeldung per Sprechanlage allein einfahren. Ein Berufsschiff, welches sich nicht angemeldet hatte, lässt der Schleusenmeister nicht mit rein ;-) Alles toll, super schönes Schleusenmanöver. Alles sehr ruhig und sehr entspannt.

Wir sehen Rehe an Land. Es ist eine traumhaft schöne Gegend. Ruhige Fahrt. Gegen 10:00 Uhr (Kilometer 120) nimmt die Bewölkung zu. Der Wind dreht langsam von W auf NW. Gegen 11:30 Uhr ist der Himmel völlig bedeckt und es beginnt zu nieseln. Wir treffen unseren netten Bremer Motorbootfahrer wieder, der uns durch die "Bombensperre" geschleppt hat. Schließlich setzt Regen ein. Um 15:00 legen wir im JK AZS im Dabie See an. Die erste Box, in die uns der Hafenmeister einweist erweist sich als zu schmal. Ich habs vorher gesehen, aber mir wollte mal wieder keiner glauben. Als das Schiff nach 2/3 zwischen Steg und Nachbarn steckt glauben's dann endlich alle… Die haben alle kein Augenmaß hier. Der Skipper protestiert. Wir gehen 2 Boxen weiter. Passt. Aus für heute. Das Maststellen wird für morgen um 11:00 vereinbart.

Dienstag, 02.07.2019
Abfahrt Schleuse Lehnitz

06:30, Leicht bewölkt 10%, Sonne, CC

Wir haben eine sehr ruhige Nacht verbracht. Waren allein vor der Schleuse. Gerade kommt noch ein Sportboot. Wir warten zunächst noch auf die Schleusung, bevor wir nachfragen. Langsam kehrt an Bord Ruhe ein. Schließlich rufe ich bei der Schleuse an. Wir können für ca. 0900 Uhr mit einer Schleusung rechnen.

Um 09:10 haben wir schließlich die Schleuse Lehnitz passiert. Es ist ruhiges Wetter. Allerdings mit 13 Grad recht frisch heute gegenüber den 39 Grad vom Sonntag. Pullover ist angesagt. Selbst eine Pudelmütze ist (bei frisch geschorenen Haaren) jetzt durchaus nicht verkehrt. Schließlich wird es recht windig. W bis SW 5 Bft. Gegen 11:15 passieren wir Marienwerder. Viele Entgegenkommer haben Mützen auf und Pullover oder Jacken an. Ist schon ein echter Sturz von vorgestern 39 Grad auf heute mit 19! Gut dass wir mit dem Wind fahren. Ist nicht ganz so frisch. Es ist eine ruhige Kanalfahrt. Sehr entspannend. Man merkt förmlich wie mit jeder Meile alles von der Bordfee abfällt, was sie bisher gestresst hat. Um 13:40 haben wir das Hebewerk Niederfinow erreicht. Wir kommen an und Niederfinow macht zu… Macht nix. Wir legen ein entspanntes Anlegemanöver hin und machen erst mal Pause. Um 14:45 Uhr haben wir Niederfinow passiert. Es war wieder ein schönes Manöver. Dafür bekommt die Bordfee den obligatorischen Schleusenschnaps ;-)

Um 16:15 Uhr legen wir am Startplatz der Schleuse Hohensaaten West an. Wir haben genug für heute! Es gibt schönes Manöver, obwohl wir wegen der geringen Wassertiefe sehr vorsichtig sein müssen beim Anlegen. Der Sportanleger ist mit 1,4 m Tiefe angegeben. Wir haben 1,5 m passen aber problemlos rein. Ist aber nicht mehr viel Wasser unterm Kiel geblieben... Die Weiterfahrt schenken wir uns auch, weil Schwedt für uns zu flach und nicht gemütlich ist, und außerdem noch ein gutes Stück Wegs. Garz haben wir noch nie probiert, abgesehen davon, dass es für heute noch zu weit ist. Das heben wir uns für den Rückweg auf. Morgen geht's weiter.

Montag, 01.07.2019
Abfahrt WSV 22

Murphy an Bord!

Unser Navigationsprogramm OpenCPN spinnt. Die Karte lässt sich mit derMouse nicht bewegen. Das System springt ständig in Modus "Keine Rückmeldung". Wir nehmen das zweite Notebook (Reserve mit exakt dem hgleichen Kartenmaterial und den gleichen SW Features). Das geht. Der SW Fehler wird später gesucht.

Um 08:45 legen wir vom WSV 22 ab. Murphy ist definitiv an Bord: Wir laufen unter der Stößenseebrücke kurz, aber kräftig auf. Zum Glück offensichtlich kein hartes, Schaden hinterlassendes, Hindernis. Fühlte sich an, wie ein Sandhügel, oder so (oder doch Wasserleiche….?)

Im Kanal setzt leichter Regen ein. Der Skipper stellt fest, dass das GPS Tochtergerät nicht das Tempo anzeigt. Langes Drücken auf die Taste "Steer" bringt schließlich die Anzeige wieder in Ordnung. Allerdings tellt sich heraus, dass dies nun immer beim Einschalten getan werden muss. Irgendwas ist anders als früher. Allerdings haben wir ja auch beide Geräte (Muttergerät und Tochteranzeige) neu nachdem beides in 2018 den Geist aufgegeben hatte...

Gegen 09:30 hört der Regen auf. Mitten in der Stadt begegnet uns ein Fuchs am Ufer an Backbord. Um 09:55 ist die Schleuse Charlottenburg erreicht und um 11:40 passiert. Um 12:00 erreichen wir die Schleuse Plötzensee die wir zügig passieren können.

Um 14:30 legen wir an der Marina Havelbaude bei schönstem Wetter an. Wir hatten einen Tag vorher dort angerufen und erhielten die Auskunft, es gäbe jemanden, der für "kleines Trinkgeld" Schiffe über die 200 m Distanz der Kanalsperrung längsseits nimmt. Nun will hier niemand mehr etwas davon wissen! "Rufen Sie mal Schleuse Lehnitz an!" heißt es da. Auf meinen Einwand, dass die doch damit nun gar nichts zu tun haben, werden wir an das Wassersportzentrum Oranienburg verwiesen. Telefonnummer? "Haben wir nicht. Schaun Sie doch ins Internet…" Man sind die nett hier. Das war im vorigen Jahr anders. Aber durch die Sperre sind offensichtlich alle genervt. Verständlich.

Man muss sich ohnehin das ganze Theater mit der wegen Bombenfundes gesperrten Strecke mal auf der Zunge zergehen lassen. Da wird Anfang April (03.04.2019!) der Kanal wegen des Bombenfundes gesperrt. Dann motzt die IHK und verweist auf die Gefahr, dass kleine Reedereien dadurch in den Ruin getrieben werden und schließlich präsentiert man mit Presserklärung zum Erscheinen der Schifffahrtspolizeilichen Anordnung Nr. 45/2019 voller Stolz, dass man nun vier Wochen gewonnen habe und der Kanal unter Auflagen wieder befahren werden kann. Die Auflagen beinhalten aber den bedeutungsschweren Passus:
  • Alle Personen an Bord haben sich bei der Durchfahrt des gesperrten Bereiches unter Deck aufzuhalten, der Schiffsführer im Steuerhaus
Und damit sind alle Segler, die im Sommer in den Ferien zur Ostsee wollen und nicht gerade einen Motorsegler ihr eigen nennen, raus! Daraufhin habe ich mir die Mühe gemacht, mich durchzutelefonieren, über WSA Eberswalde, wo man auf das Ordnungsamt Oranienburg verwies, und dann dort direkt. Die Aussage: Es ginge um die "Luftsicherheit" kann man kaum nachvollziehen, wenn man sieht, was da so alles als "fester Steuerstand" gilt. Denn, so die Begründung der Maßnahme, sollte die Bombe explodieren, so fliegt ja zunächst mal alles hoch, kommt dann aber (so ist die Physik nun mal...) wieder runter, und davor müsse man uns schützen. Helm reicht da nicht, weil ja der Rest des Körpers nicht geschützt ist (O-Ton). Jetzt mal Hand aufs Herz: Glaubt da ernsthaft jemand, dass die dünnen Plastikdächlein der Motorboote, die da durchfahren dürfen, es aushalten, wenn da ein paar fliegende Klamotten draufknallen??? Also wenns denn soooo gefährlich ist, dann dürfte doch wohl KEINER durch. Es scheint doch vielmehr so zu sein, dass da nur exakt auf den Buchstaben einer Anordnung herumgeritten wird...Also wir haben niemanden getroffen, der für diese Vorgehensweise auch nur ansatzweise Verständnis hatte!


Schließlich, dank LIDL-Stick für Internet, finden wir die Telefonnummer der Wassersportzentrums und rufen an. Ja, Wassersportzentrum Oranienburg schleppt ab 1700 Uhr für rund 10 bis 15 Euro durch. Wir fahren hin und werden sehen. Aber bitte erst zu 1700 Uhr.

Um 16:30 legen wir von der Havelbaude ab. Und erreichen um 17:10 den Sperrbereich Lehnitz. Absprachegemäß haben wir mit dem Schlepper kurz vor Eintreffen nochmals telefoniert. "Stellt euch hinten an und wartet." Heißt es von dort. Wir warten. Aber nicht nur wir. Nur passiert leider nix. Gegen 17:40 spricht die Bordfee einen netten Motorbootfahrer aus Bremen an und siehe da, er erklärt sich bereit, uns mitzunehmen. Wir gehen längs. Der Motorbootfahrer fährt verdammt weit links! Wir rammen fast die gelben Absperrtonnen! Ich gebe der Bordfrau ein Zeichen. Sie macht ihren Mann darauf aufmerksam. Er weicht gerade noch so aus. Um 18:00 legen wir vor der Schleuse Lehnitz im Startbereich an und machen die Maschine aus. Wenn uns hier keiner wegjagt, werden wir bleiben. Der Tiefgang reicht gerade so für uns, also was soll's. Wir haben die Nase für heute voll!

Sonntag, 30.06.2019
WSV 22, Berlin

Die Bordfee ist zu ihrem letzten "Einsatz" bei Schwiegervater, der Skipper darf die letzten Vorbereitungen an Bord alleine vornehmen. Es sind round about 39 Grad! Und es stellt sich heraus: Murphy ist wieder da!

Erst will die Handfunke bei der Überprüfung nicht. Ich lege Batterien ein: Funke geht nicht. Neue Batterien rein. Funke geht nicht. Also werden die Batterien durchgemessen. Ergebnis: alle Voll. Letzter Versuch. Das Gerät wird aufgeschraubt. Deutliche Feuchtigkeitsspuren auf der Platine!. Also hin! Der Müll beginnt sich mit dem ersten Ausfall des Tages zu füllen. Als Ersatz borgt mir unsere Vereinkameradin Antje ihre Handfunke.

Nächste Maßnahme: Ich will den Akku des Akkuschraubers laden: Plötzlich qualmt das Ladegerät! Auch hin! Warum auch immer. Auch das Ladegerätwandert in den Müll… Und wieder ist Antje die Retterin und borgt uns ihren Akkuschrauber nebst Ladegerät und zwei Akkus. Aber wer glaubt, das war's, der irrt. Murphy hat Fantasie, das haben wir oft genug erfahren…

Ich staue die Reservetanks in die Backskiste und bleibe mit Brille (hängt zur Verlustvermeidung an Bändsel um den Hals) hängen. Irgendwann stelle später fest, dass ich schlecht sehen kann…Das linke Glas ist herausgefallen. Und natürlich nicht wiedergefunden! (wie auch, wenn man nicht mehr so richtig gucken kann mit nur einem Glas…) Zum Glück hatte ich eine baugleiche Brille mit nur einem Arm an Bord (mal als "kaufe zwei, zahle eine" erworben). Also wird das Glas ausgetauscht und aus zwei defekten wieder eine ganze Brille gemacht. Habs Glas aber trotzdem bisher nicht gefunden. Hat Murphy wohl verschluckt.

Schließlich kommt die Bordfee und wir machens uns für den Rest des Tages gemütlich. Bei der herrschenden Hitze kommt auch gar nichts anderes in Betracht. Die Idee, noch bis zur Marina Havelbaude zu fahren, lassen wir angesichts der Temperaturen sang- und klanglos fallen...

Liebe Grüße an alle, die's interessiert

Nicky & Ralf von der SY Maimiti